|
Den Hochtannberg Pass erreicht man vom Bodensee über Bregenz kommend, immer der Bregenzer Ach nach Osten folgend, oder aus dem Lechtal von Reutte aus in Richtung Südwesten über Warth. In Vorarlberg gelegen, verbindet diese Strasse den Bregenzerwald mit dem Lechtal. Wir beschreiben den Hochtannbergpass von Bregenz her, da wir bei Manfred im Gasthof Kaltenbrunnen oberhalb vom kleinen Örtchen Egg auf 1.000m übernachtet hatten.
Der eigentliche Pass beginnt in dem kleinen Örtchen Au, wo sich die Wege rechts ab zum Furkajoch und Faschinajoch und geradeaus hinauf zum Hochtannbergpass trennen. Wir folgen dem Tal und der Bregenzer Ach, welche heute gemütlich vor sich hin plätschert. Das war im September 2005 ganz anders. Durch die wochenlangen Regenfälle hatte sich die Ach zu einem reissenden Fluss entwickelt und das Örtchen Au furchtbar verwüstet. Selbst die Hauptstrasse im Ort war auf eine Länge von über 400m komplett weggerissen worden.
Die L200 oder auch bekannt als Bregenzerwaldstrasse folgt dem immer enger werdenden Tal nach Westen bis nach Schröcken, nur gelegentlich durch eine Lawinengalerie unterbrochen. Ab dem Örtchen Schröcken gewinnt die Strasse zunehmend an Höhe und in etlichen Serpentinen und gewagten Brückenkonstruktionen geht es bergan, bis nach 5km in einem baumlosen grünen Hochtal die Passhöhe erreicht wird. Zwei Parkplätze, eine Liftstation, einige Gebäude und das war’s. Das Passchild befindet sich genau zwischen den zwei Parkplätzen und wenn man nicht genau aufpasst, ist man auch schon vorbei.
Auf der Westseite geht es dann gut ausgebaut und zügig bergab, nur durch eine Lawinengalerie unterbrochen. Nach weiteren 5km ist Warth erreicht. Weiter geradeaus geht es durch das Lechtal zum Hahntennjoch, Gampenjoch, Namloser Tal oder Fernpass, rechts ab über den Flexenpass zum Arlbergpass. Da dieser Pass eine wichtige Verbindung zwischen Bregenzerwald und Lechtal bedeutet, ist die Strasse relativ gut ausgebaut und der Fahrbahnbelag befindet sich in einem hervorragenden Zustand. Dass diese Strecke sehr häufig von Motorradfahrern frequentiert wird, ist mit gelegentlichen Radarkontrollen der örtlichen Gendarmerie zu rechnen. In den Ortschaften sollte schon aus Vernunft langsam gefahren werden, und nicht nur weil meistens am Ortsausgang gemessen wird. Und hier gilt – der Ort endet mit dem Ortsschild und nicht davor. Davor wird es dann sehr teuer.
|