Franzenfeste

 

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22. Februar 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Franzenfeste in Südtirol (Alto Adige)

 

Franzenfeste

Die Festung ist eine gewaltige Konstruktion, die insgesamt eine Fläche von ca. 1 qkm einnimmt und die aus drei miteinander verbundenen Komplexen besteht: der unteren Festung (Talwerk), der Mittelfeste und der oberen Festung (Hochwerk). Das Bauwerk befindet sich an der alten Brennerstrasse, etwas nördlich von Brixen.

Diese befestigte Zitadelle entstand auf Wunsch des österreichischen Kaisers Franz I., der 1832 den Generalmajor der Feldgeniedirektion Verona, Franz von Scholl, damit beauftragte, eine geeignete Stelle ausfindig zu machen, an der es möglich sei, die Achse zwischen den mediterranen Landen und Mittel- bzw. Nordeuropa zu unterbrechen. Nicht zuletzt unter dem Einfluss der Kriegserfahrungen von 1809, als die französisch-bayerischen Truppen unter General Lefebre an der Sachsenklemme eine bittere Niederlage durch die Bauerntruppen unter Andreas Hofer erlitten hatten, fiel die Wahl auf den Ort Unterau und auf den Felssporn über der Eisackschlucht.

In nur fünf Jahren wurde an dieser Stelle die Festung errichtet, einer der gewaltigsten Komplexe seiner Zeit, Archetypus weiterer Festungsbauten, die immer nach dem Projekt von Scholls im bekannten Verteidigungsviereck (Verona, Mantova, Peschiera, Legnano) errichtet wurden.

Das Bauwerk wurde vorwiegend mit Materialien aus der Umgebung errichtet; 4500 Arbeiter, darunter Soldaten der Geniedirektion, Steinmetze aus Genua, Bergamo und aus Kroatien, Handwerker und Arbeiter aus der Umgebung wurden eingesetzt. Gemäss dem Projekt konnte die Festung in Kriegszeiten eine Garnison von bis zu 1200 Mann aufnehmen, aber aus ihren Kanonen war nie ein Schuss abgefeuert worden.

Ab dem Jahr 1890 nahm ihre Rolle als Verteidigungswall zunehmend ab - neue Waffen hatten die Art der Kriegsführung geändert - und die Festung wurde nunmehr zum Pulverlager: Zuerst diente sie dem österreichisch-ungarischen Heer, nach dem 1. Weltkrieg bis zum Jahr 2002 dem italienischen Heer.

Während der Zeit von 1943 bis 1945 wurden in einem Bunker unter der Festung die Goldreserven der Banca d'Italia gelagert, die von der deutschen Besatzung beiseitegeschafft worden waren. 127,5 Tonnen Goldes waren aus Rom mit dem Zug in die Festung transportiert und dort deponiert worden. Ein Teil des Goldes wurde in der Folge in die Schweiz transportiert, ein weiterer Richtung Berlin. Mit Kriegsende fanden die Amerikaner noch 25 Tonnen Gold vor, die an Italien rückerstattet worden sind.

Die Ereignisse um das verschwundene Gold sind auch heute in den Medien immer wieder ein Thema, und sie haben stets die Fantasie von mehr oder weniger ausgerüsteten Schatzsuchern angeregt. Das Gerücht, dass sich an einem verborgenen Ort noch einzelne vergessene Goldbarren finden ließen, und dazu noch die bislang streng gewahrte Unzugänglichkeit haben der Habsburger Festung einen noch größeren Zauber verliehen, als ihn das Bauwerk im neoklassizistischen Stil, das sich perfekt in seine Umgebung eingliedert, auch auf einen nur oberflächlichen Betrachter ausübt.

Eine der faszinierendsten Besonderheiten ist der lange unterirdische Tunnel, der über einen beeindruckenden Treppenaufgang mit 457 Stufen die fast 100 Meter Höhenunterschied zwischen der unteren und der oberen Festung verbindet. Die Besichtigung dauert ungefähr 1 ½ bis 2 Stunden.

Man besichtigt den Waffenplatz im unterem Teil der Festung, die neogotische Kirche, den Goldbunker, das Obelisk mit dem geodetischen Punkt, die Stiege zum mittleren Teil der Festung mit deren Kampfräumen und auf Anfrage auch die Stiege vom unteren bis zum oberen Teil der Festung und deren Strukturen mit den antiken Küchen. Gutes Schuhwerk und der Witterung entsprechende Bekleidung wird empfohlen.

 

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