Ötzi

 

Inhaltsverzeichnis
Suche auf Alpentourer.de
Alle Wörter
irgend welche Wörter
Exakte Sätze

 

Update 

22. Februar 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ötzi, der Mensch aus dem Eis in Bozen

 

Archäologiemuseum BozenBozen und Ötzi sind sehr eng miteinander verbunden, ist doch der Mensch aus dem Eis dort im Naturkundemuseum zu besichtigen. Mit dem Motorrad nach Bozen hinein zu fahren ist schon eine kleine Herausforderung, da der Verkehr dort eine sehr hohe Intensität hat und bereits nach dem italienischen Vorbild stattfindet. Jeder fährt irgendwie überall.

Um den Ötzi zu besuchen raten wir daher diesen Besuch auf einen Regentag zu legen und dann den Bus zu nehmen. Die Busverbindungen in Südtirol sind mehr als nur exzellent und von jedem Dorf aus gelangt man ohne Probleme nach Bozen zum zentralen Busbahnhof und von dort zum Museum.

Sollte man doch die Wahl auf das Motorrad als Transportmittel legen, dann sollte man ein Parkhaus wählen, da die Motorradparkplätze in Bozen meist hoffnungslos mit Roller und Mofas sowie Fahrräder zugeparkt sind.


Doch nun ein paar historische Details zum Mann aus dem Eis. Der Mann vom Hauslabjoch, allgemein bekannt als „Ötzi“, ist eine Gletschermumie aus der ausgehenden Jungsteinzeit (Neolithikum) bzw. der Kupferzeit (Eneolithikum, Chalkolithikum). Am 19. September 1991 wurde die etwa 5300 Jahre alte Mumie beim Tisenjoch nahe dem Hauslabjoch in den Ötztaler Alpen oberhalb des Niederjochferner in 3210 m Höhe gefunden. Die Bergung wurde am 23. September 1991 durch das Institut für Gerichtsmedizin der Universität Innsbruck durchgeführt.

Ötzi, Mann aus dem EisDa Ötzi in der Grenzregion zwischen Nord- und Südtirol und damit zwischen Österreich und Italien gefunden wurde, erhoben beide Staaten zunächst Anspruch auf den Fund. Ursache ist die 1918 geschlossene Definition der Grenze, die zwischen den Grenzsteinen geradlinig verlief. Somit konnten Gebiete südlich der Wasserscheide noch zu Österreich und Gebiete nördlich davon zu Italien gehören. Obwohl sich der Fundpunkt bereits nördlich der Wasserscheide befindet, lag er somit auf italienischem Staatsgebiet in Südtirol.

Seit 2006 ist zwar ein neuer Staatsvertrag zwischen Österreich und Italien in Kraft, in der die Wasserscheide als Grenzverlauf bestätigt wird. Da aber für das Tisenjoch eine Ausnahme definiert wurde, liegt die Fundstelle weiterhin in Südtirol (Italien).

Seit März 1998 ist Ötzi daher im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt. Für die Präsentation mussten vollkommen neue Kühltechniken entwickelt werden. Die erste wissenschaftliche Publikation fand durch Konrad Spindler von der Universität Innsbruck statt.

Vor über 5.000 Jahren stieg ein Mann in die eisigen Höhen der Schnalstaler Gletscher und kam dort um. Im Jahr 1991 wird er zufällig gefunden: mitsamt seiner Kleidung und Ausrüstung, mumifiziert, gefroren - eine archäologische Sensation und eine einzigartige Momentaufnahme eines kupferzeitlichen Menschen. Nach mehrjährigen Untersuchungen durch hochspezialisierte Forschungsteams sind die Mumie und ihre Beifunde seit März 1998 im Südtiroler Archäologiemuseum der Öffentlichkeit zugänglich. Einmal im Leben sollte man Ötzi besucht haben.

 

[Übersicht] [Rhein-Inn] [Sarntal] [Dolomiten] [Ortler] [Ostschweiz] [Gotthard]