Das Tal von
Livigno

 

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22. Februar 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Tal von Livigno

Livigno, zollfrei einkaufen. Hier kostet der Liter Superbenzin noch 78,- Cent (Stand Juli 2008)

Touristikseite Tal von Livigno
Inzwischen sind wir auf 2.315m angekommen. Hier oben, kurz vor dem Italienischen Grenzposten überquert die Strasse einen kleinen Höhenkamm, eingerahmt vom Piz dals Legis mit 3.044m, der links von uns steil in die Höhe ragt und dem Mont Vago mit 3.059m, der diesen kleinen Einschnitt auf der rechten Seite begrenzt. Vom Grenzposten aus reicht der Blick bis weit ins Tal von Livigno hinein, welches sich vor unseren Füssen ausbreitet. Das Auge kann selbst der Passstrasse, die sich am linken Talrand wie ein Bandwurm entlang windet, über eine Distanz von fast fünf Kilometern folgen.

Aufgrund seiner für den Handel wichtigen Lage, als Durchgangspunkt, ist die Geschichte von Livigno durch den Kampf um seine Herrschaft von den umliegenden Regionen geschrieben worden, von der Lombardei bis Bayern, von der damaligen Republik Venedig bis zum Reich der Habsburger und vom Oberveltlin bis zum Engadin.

Livigno hat sich nie von jemanden überwältigen lassen und hat immer mit Stolz für seine Freiheit gekämpft. In der Tat haben die Graubündener, Herrscher über das Veltlin, schon im 7.Jahrhundert Livigno die vollkommene Unabhängigkeit garantiert, Freiheit, die nochmals deutlich gemacht wurde, als Napoleon Livigno die Zollfreiheit anerkannte und vom österreichisch-ungarischen Königreich 1818 bekräftigt und 1910 endgültig von der Italienischen Regierung bestätigt wurde. Durch die EWG ist 1960 die Besonderheit der zollfreien Zone anerkannt worden.

Zollfreie Zone bedeutet regen Verkehr, und so reihen wir uns in die Schlange der wartenden Fahrzeuge vor dem Grenzposten ein. Busse, Wohnmobile, Autos, Motorräder, alle möchten sie hinein in das Steuerparadies von Livigno, und die Grenzpolizei nimmt ihre Aufgabe sehr ernst. Livigno wurde eigentlich so richtig erst Ende 1964 erschlossen, als der Tunnel, welcher das Tal im Osten mit der Schweiz verbindet eröffnet wurde. Vor dieser zeit gab es gerade mal vier Hotels im Tal. Heute sind es über 98 mit fast 4.700 Betten. Diese Bettenkapazitäten werden über nur drei Zugänge zum Tal gefüttert. Den Forcola di Livigno, auf dem wir gerade stehen, dem Tunnel im Osten und dem Passo di Foscagno im Süden, über den wir heute das Tal wieder verlassen wollen.

Mit kräftigen Schlägen wummert unter mir der V2 meiner Varadero im Standgas, als wir Schritt für Schritt auf den Grenzposten zurollen. Misstrauisch beäugt uns der Grenzer, winkt uns aber dann doch mit einer eleganten Bewegung durch. Wir atmen auf und nehmen wieder Fahrt auf, der nun leicht abfallenden Strasse in das Tal folgend. Dank der guten Sicht nach vorne, lassen sich so ziemlich alle vierrädrigen Fahrzeuge zügig überholen und wir kommen gut voran, um kurz darauf im kleinen Örtchen Livigno einzufahren. Wobei, klein ist unter und Dörfchen übertrieben. Livigno, bestehend aus San Antonio und Santa Maria, ist lediglich eine Anhäufung von Häusern entlang der Strasse und zieht sich über eine Länge von fast sechs Kilometer. Der eigentliche Ortskern ist relativ klein, und bedingt durch die Shopping Touristen total überlaufen.

Wir kommen nur im Schrittempo voran. Die Sonne steht steil am Himmel, und obwohl wir uns auf über 1.800m befinden werden wir in unseren Textiljacken mehr und mehr gegrillt. Palettenweise tragen die Leute Waren aus den unzähligen Geschäften entlang der Strasse, und obwohl heute Sonntag ist, reisst der Strom der Schnäppchenjäger nicht ab. Fast lassen wir uns hinreissen, diesem Kaufrausch zu erliegen, die Moppeds zu parken und in einen dieser Läden zu stürzen, können uns aber dann doch losreissen und schieben uns weiter im Stau Meter für Meter durch den Ortskern, wobei wir beinahe noch den Wegweiser zum Passo di Foscagno übersehen hätten.

Im letzten Moment nehme ich den kleinen Wegweiser am Ende des Dorfkernes war, der uns rechts ab in Richtung Bormio weist. Wir scheren aus dem Gros der Fahrzeuge aus und durchqueren das Tal in Nord – Süd Richtung, an dessen Ende die Strasse in einem leichten Linksbogen wieder sanft zu steigen beginnt.

Das Tal kann über die Pässe Forcola di Livigno im Westen, Passo di Foscagno im Südosten und dem Tunnel La Drossa im Nordosten erreicht werden. Der Tunnel ist als wechselseitige Einbahnstrasse ausgelegt. Öffnungszeiten sind:

            • bis 30 November
            • Montag     05.°° - 20.°°
            • Dienstag - Sonntag 08.°° - 20.°°
            • vom 1 December 2006 bis 30 April
            • Montag     05.°° - 21.°°
            • Dienstag - Freitag 07.°° - 21.°°
            • Samstag    05.°° - 24.°°
            • Sonntag    06.°° - 22.°°

Die Mautgebühr beträgt für ein Auto 13,- Euro, für ein Motorrad 7,- Euro, jeweils für eine Richtung. (Preise Stand Dezember 2009)