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Die Tourenplanung und ihre Hilfsmittel |
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Planung
macht Spass, sehr viel Spass. Eine Planung ist unabhängig von Jahreszeit und Wettereinflüssen und lässt in Ruhe den Gedanken um die eigentlichen Reiseziele reifen.
Natürlich gibt es auch die Alternativmethode. Losfahren und die Dinge auf sich zukommen lassen. Auch dieses Methode hat sicherlich ihren Charme, kommt doch eine gewisse
spannende Unsicherheit mit dazu. Wir möchten hier jedoch ein wenig unsere Gedanken und gemachte Erfahrungen austauschen und erläutern wie und warum wir gerne Touren im
Vorfeld “austüfteln”. Natürlich liegt allen weiteren Überlegungen der grundsätzliche Tourgedanke zu Grunde. Warum wollen wir wohin. Hier beginnt die Recherche
interessanterweise mit Schwerpunkt in Büchern und natürlich im Internet. Als wir 2007 den Col d’Iseran bereisen wollten, bestellten wir uns im Vorfeld der Reise Bücher
über das Wallis und die Region Savoyen und versuchten ein wenig über die Geschichte und geografischen Gegebenheiten der Region zu erfahren. Daraufhin wurde Sion im Wallis
und der Lac d’Emosson mit in die Reiseroute mit aufgenommen.
Wir
möchten hier nun an diesem Beispiel einmal zeigen, wie auf dieser Basis eine Tour entsteht. Zuerst gibt es natürlich die Idee, wie schon oben erwähnt. Wir wollten nach dem
nun fünften Anlauf endlich einmal den Col d’Iseran befahren und auch fotografieren, denn dieser Pass fehlte uns noch auf unserer Webseite. Aber nur dort direkt hin zu
fahren und einfach wieder zurück, war dann doch nicht nach unseren Vorstellungen und so entstand eine Rundtour, geplant für eine Woche. Start und Ziel war der
Nordschwarzwald und wir wollten gerne mal wieder mit dem Autoverlad durch den Lötschbergtunnel ins Wallis reisen. Die erste Tagesetappe stand somit fest. Eine Unterkunft
südlich des Alpenhauptkammes im Wallis war das erste Tagesziel und sollte von der Überlegung her eine etwas zügige Anfahrt ermöglichen, jedoch die Autobahnen möglichst
meiden.
Nachdem die Eckpunkte festlagen, wurde als erstes die Generalkarte als Planungswerkzeug herangezogen. Auf dem Tisch
ausgebreitet hat sie den Vorteil der besseren Übersicht als ein Programm auf einem Computer. Da mag der Bildschirm noch
so gross sein. Geistig gingen wir mögliche Streckenführungen durch und die Landschaft auf dem Papier nahm plastische
Formen an. Dabei kamen dann weitere Wünsche auf, die dann mehr und mehr in die weitere Streckenplanung mit eingebunden wurden.
Die Flut von Ideen beinhaltete unter anderem solche wie .....wir wollten mit der Fähre über den Bodensee.......wir wollten mit
dem Autoverlad durch den Lötschberg, denn das ist Abenteuer. Mit dem Motorrad in einem normalen Gepäckwagen nur mit
einem Lasso an einer Handreling befestigt durch ein Tunnel zu rasen und ...........wir wollten noch ein Stück Wallis mit den
vielen Weinbergen durchqueren. Ach ja - und nach Sion - vielleicht noch einen Abstecher nach Zermatt? Alle zwei Jahre
bestellen wir die Generalkarten neu, in der Regel über das Internet.
Gelegentlich kaufen wir auch diese Karten über die Shelltankstellen. Jedoch haben wir festgestellt, dass die von uns
gewünschten Karten meistens nicht vorliegen und erst durch die Pächter bestellt werden müssen. |
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Ist
dann aus all den vielen Ideen eine konkrete Strecke entstanden, werden die elektronischen Hilfsmittel mit einbezogen. Als erstes Werkzeug eine Planungssoftware, auch
“Moving Map Software” genannt. Dies kann nun online GoogleMaps sein, ein vom Hersteller mitgeliefertes Programm wie von Garmin das Programm MapSource, oder das
Programmpaket von Fugawi, oder von MagicMaps der Explorer. Wir nutzen auch immer noch sehr häufig den Motorrad Tourenplaner. Leider ist dieses sehr schöne Planungswerkzeug
auf dem Markt nicht mehr erhältlich. Solltet ihr dennoch an eine Version gelangen, so lohnt es sich dieses Programm zu erwerben. Zurück zu unserer Planung. Vom Murgtal
im Nordschwarzwald aus sollte unsere Tour über Villingen-Schwenningen nach Schaffhausen, dort über den Rhein, dann weiter durch die Mittelschweiz zur Lötschberg Autoverlad
und durch den Alpenhauptkamm ins Wallis.
Wir
zeigen hier stellvertretend für alle gängigen Moving Map Programme einmal die Planung auf dem Motorrad Tourenplaner 2007/2008. Die Planung mit anderen Softwarepaketen oder
den Onlinediensten läuft in etwa ähnlich. Die Start- und Zielpunkte werden eingegeben, Zwischenziele gesetzt um das Programm startet die Berechnung der entsprechenden
Route. Durch verändern der Zwischenziele wird das Programm gezwungen die Strecke entlang unseren Wünschen zu berechnen. Des Weiteren können in diesen Programmen
Geschwindigkeitsprofile erstellt werden. Dies ist sehr hilfreich falls man die Tour mit einem Mofa, Roller, Wohnmobil oder Cabrio fahren möchte. Abhängig davon lassen sich
dann auch Pausen und Pausenzeiten, sowie Tankinhalt und Verbrauch einstellen und werden in der Berechnung der Wegstrecke und Zeit mit eingebunden.
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Als Erfahrungswerte für gemütliche, jedoch zügige Motorradtouren mit integriertem Mittagessen und etlichen Fotohalten, gelten Tagesetappen
mit einer Distanz zwischen 250km - und 380km. Der gefahrene Geschwindigkeitsdurchschnitt liegt dann zwischen 45km/h und 52km/h. Dies
ist abhängig ob man sich bereits in den Pässen befindet oder im Alpenvorland.
Kurz zur Erläuterung der Planugssoftware Motorrad Tourenplaner. Wir haben hier im obigen Beispiel lediglich ein Zwischenziel in Schaffhausen
gesetzt und das Programm über die Einstellung “Motorradtour mittel” dazu aufgefordert eine etwas zügigere Strecke auszuwählen, jedoch
OHNE die Einbeziehung von Autobahnen. Es kommt eine Gesamtdauer von etwas über 9h zusammen, welche jedoch Pausen und Tankstops
bereits integriert hat. Details hierzu stehen oben links in der blauen Feldlinie. Drunter ist das Roadbook mit den wichtigsten Wegepunkten zu
sehen und ganz unten das Höhenprofil der gesamten Tour.
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Inzwischen können auch nicht nur von den Planungsprogrammen auf dem
Computer die Touren als Datei für das Navigationssystem exportiert werden. GoogleMaps bietet auch die Möglichkeit die geplante Route zu exportieren und
auf dem Navigationssystem zu verwenden. Zu beachten sind hier lediglich die unterschiedlichen Datenformate wie .kml oder .gpx. und auch ob das eigene
Navigationsgerät den Import und die Verwendung dieser Formate zulässt.
Dann gibt es 3 Möglichkeiten die entstandene Wegstrecke weiter zu bearbeiten
bzw. zu nutzen. Die einfachste Möglichkeit für alle Anwender ohne Navigationssystem besteht darin, die Strecke in Form eines sogenannten
Roadbooks mit Abbiegeanweisungen und Kartenausschnitten auszudrucken. Entweder findet dieses Dokument dann den Weg in die Kartensichthülle des
Tankrucksacks oder in die Hände der charmanten Beifahrerin, welche dann dem Fahrer die Navigation vorgibt. Die vielleicht komfortablere Methode ist jedoch die
geplante Tour als „detaillierte Liste“ im GPS eXchange Format (*.gpx) zu speichern und auf ein entsprechendes Navigationssystem zu laden.
Sollte das vorhandene Navigationssystem das Dateiformat NICHT verstehen, so
gibt es immer noch das Konvertierungsprogramm von Matthias Binder den Waypointer zum Download. Dieses Programm konvertiert in sehr viele Formate
und ermöglicht dann recht einfach die Planung in eine navigierbare Version für das Navigationssystem zu wandeln.
Hier noch mal die Schritte im Einzelnen:
Es entsteht eine Idee für ein Reiseziel
Mit Buchmaterial, Internet Recherche und Kartenstudium entsteht ein erster Rahmen
Die erweiterte Planung erfolgt mit Karte, Internet und weiteren Zwischenzielen
Eine erste Streckenführung wird an einer “Moving Map” Software erstellt, wie z.B. dem Motorrad Tourenplaner erstellt
Die endgültige Strecke wird als Roadbook ausgedruckt ODER
Direkt in ein Navigationssystem geladen ODER
In eine .gpx Datei abgespeichert und gegebenenfalls mit dem Waypointer in eine Track konvertiert.
Alternativ kann die Strecke natürlich durch planen eines Trips im Navigationssystem unter zu Hilfenahme der Funktion “Tourenplanung” bzw.
erstellen einer “Wegstrecke” erstellt werden. Manche Navigationssystem bieten diese Funktion an und liefern mit der integrierten
Routingfunktion eine recht brauchbare Tour. Dies kann jedoch von Navigationssystem zu Navigationssystem unterschiedlich in der gelieferten
Qualität sein. Während das eine Gerät auf schöne Nebenstrecken routet, liefert das andere Gerät eine Bundesstrassen und Autobahn
orientierte Strecke, welche für einen Kurierfahrer günstig, für einen Tourenfahrer aber den falsche Wegeansatz liefert.
Nachdem nun die Wegstrecke (Route) auf das Navigationssystem übertragen worden ist, kann es eigentlich losgehen. Hier jedoch noch ein
Tipp am Rande. So schön und komfortabel die moderne Technik auch sein mag. Wir haben IMMER noch zusätzlich eine Generalkarte im Maßstab 1:200.000 im Gepäck mit dabei.
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