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Fünfmal hatten wir es schon versucht und waren jedes Mal
gescheitert. Entweder war es das Wetter oder eine Vollsperrung. Dieses Mal waren wir jedoch sehr viel cleverer. Wir hatten genau
den Tag zur Erstbefahrung des Col d’Iseran gewählt, der genau vor der Tour de France lag. Denn eines wussten wir.
Dieses Event wird sicherlich nicht ausfallen, nur weil ein Pass
nicht befahrbar ist. Also würde die Grand Nation alles tun, damit die Fahrradhelden diese Strecke nutzen konnten.
Untergebracht im Hotel Rarnerhof im Süden des sonnigen Kanton Wallis, erwischten wir im Juli 2007 genau das Fenster, in
dem es nicht mehr regnete und die Temperaturen teilweise über 35°C im Tale anstiegen. Es war also gar nicht so verkehrt den
Hauptteil der geplanten Tour auf einer Höhe über 1.500m zu verbringen.
Nur wie sollten wir die Tour auslegen? Den grossen Bogen wie wir es in der Vergangenheit immer geplant und gefahren waren, den
konnten wir nicht wählen weil die Zeit für eine vernünftige Tagestour ohne Raserei nicht ausreichen würde. Der grosse Bogen, wie wir ihn
nennen, führt von Martigny über den Grand Saint Bernard, das Aostatal hinauf, dann über den Petite Saint Bernard hinüber nach Bourg
Saint Maurice, weiter über den Cormet de Roselend zurück nach Chamonix und über den Col de la Forclaz dann nach Martigny. Aber
dieser grosse Bogen war schon eine Tagestour, ohne den fast 100km Abstecher hinauf zum Col d’Iseran.
Also war bei der Planung guter Rat teuer. Wie konnten wir das
umgehen ohne die ganze Westseite des Petite Saint Bernard Passes bis hinab nach Bourg Saint Maurice zu müssen und ohne
die Tour nur als Hin- und Zurück Tour zu planen? Schließlich, nach langem hin und her fanden wir die Lösung.
Also, hin zu unserem Tagesziel sollte es dann doch durch den
Mont Blanc Tunnel gehen. Mont Blanc Tunnel – viel haben uns abgeraten – zu stickig, heiß, es stinkt, gefährlich, solche
Argumente mussten wir uns vor der Tour anhören. Alles Quark – die Realität sah dann doch ganz anders aus.
Nach dem Tunnel auf der italienischen Seite sollte es dann rechts
hinüber nach Frankreich über den Petite Saint Bernard gehen und unser Magellan Navigationssystem zeigte uns eine kleine
Querroute, welche nach der 3ten Serpentine auf der Westseite, fast auf gleicher Höhe entlang den Höhenzügen des Val d’Isere
hinüber zum Col d’Iseran führte.
Das sah sehr gut aus. Zurück dann den gleichen Weg, ausser dass wir dann im Aostatal den Weg rechts hinab nach Aosta wählten um
von dort dann gegen Abend zurück nach Martigny über den Grand Saint Bernard zu kommen. Die Tour stand und es passte von der
Temperatur her. Wir würden das Aostatal also am späten Nachmittag durchfahren und dann ganz schnell wieder auf die kühlen Höhen
des Grand Saint Bernard entschwinden.
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