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Rechtzeitig zur Tour hatten wir dann auch noch die
Kartensätze auf SD-Karte für unser Navigationssystem von Magellan erhalten, also konnte nichts schief gehen. Wir brachen gegen 9:00 vom Hotel Rarnerhof auf und liessen den Tag langsam angehen. Das lohnt auch, denn die vielen Kurven
von Raron durch die Weinberge das Wallis hinab bis Martigny sind schon gigantisch.
Nicht nur wegen der fahrerischen Abwechslung, sondern auch
wegen dem herrlichen Ausblick hinein ins Tal den man aus dieser Perspektive in Ruhe genießen kann.
Martigny ist um diese Seit noch etwas verschlafen, die
Temperatur mit 18°C mehr als angenehm und so fahren wir gelassen rechts ab hinauf zum Col de la Forclaz der an diesem Morgen wie leergefegt ist.
Klar ist die Luft und der Blick reicht weit über die alte Burg hinein in’s Wallis, wobei wir nach jeder Serpentine die uns höher bringt
das Panorama wieder aus einer anderen Perspektive geniessen dürfen.
Die Strasse hinauf zum Forclaz ist in einem exzellenten Zustand und verleitet geradezu zum Kurvenschwingen. Es ist jedoch Vorsicht
geboten, speziell wenn man hier am Wochenende unterwegs ist. Viele französische Motorradfahrer nutzen diese Strecke als
Rennstrecke und daher ist die Schweizer Polizei hier sehr häufig mit dem Radargerät im Einsatz.
Kurzer Stop auf der Passhöhe, Cafe getrunken und wir
tauchen ab in ein sehr schönes Tal mit vielen Kehren und Kurven welches uns durch den Nationalpark über den Col des
Montets hinüber nach Chamonix bringt.
Stahlblauer Himmel und fast unendliche Fernsicht lässt einen
nahezu glasklaren Blick auf den Mont Blanc und seine Gletscher zu.
Wir nähern uns Kehre für Kehre und selbst durch Chamonix
fahrend können wir den Blick von diesem Berg nicht abwenden. Dies verstärkt sich noch, als wir zielgerichtet zum Tunnel
abbiegen und feststellen, dass die Strasse zum Tunnelportal genau unter der Gletscherzunge verläuft, welche gierig in’s Tal lechzt.
Und da stehen wir nun vor dem Tunnel. Wir sind in Frankreich und wollen hinüber nach Italien um dann gleich wieder nach Frankreich
zu fahren. Wir drehen uns auf dieser Tour um das Dreiländerkreuz. Enorm aufwändig sind inzwischen die Sicherheitsbestimmungen.
LKW dürfen nur noch in einer bestimmten Anzahl in den
Tunnel einfahren, Sicherheitsabstände zwischen den einzelnen Fahrzeugen ist unbedingt einzuhalten und wird elektronisch
überwacht und teuer ist’s 21,- Euro pro Motorrad und Nase für eine Richtung. Dann verschlingt mich die Röhre. Zusammen fahren ist nicht.
Jeder muss nachdem er bezahlt hat sofort losfahren und auch
den Abstand zwischen den Motorrädern einhalten. Die Dame am Schalter versteht kein Pardon als unser Kollege auf uns
warten will. Der Schlagbaum für mich geht erst dann hoch, als der Kollege in der Tunnelröhre entschwunden ist.
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