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Gerne kommt man in unserem Hotel dem Wunsch nach schon um
7:30 mit dem Frühstück aufzuwarten, lagen doch mit der heutigen Umrundung des Mont Blanc gute 395km vor uns und das nicht nur
über gut ausgebaute Hauptrouten. Jean-Jaques der Wirt hatte dann auch alles vorbereitet als wir bereits um 7:00 begannen unsere Moppeds für den Tag zu rüsten.
Tankrucksack, Kamera verstauen, Scottoiler prüfen und nachfüllen,
Kamerastativ festzurren. Wir hatten uns wieder mal im Wallis bei Corinne in Raron im Rarnerhof einquartiert. Raron liegt an einem
Verkehrsknotenpunkt und man kann hier über vier Richtungen sehr komfortabel anreisen. Für diese Tour hatten wir den Lötschberg
gewählt. Aber dazu mehr in einer anderen Geschichte.
Während wir unser Frühstück zu uns nahmen versuchten wir mehr
über den Felssturz am St.Gotthard und die damit verbundene Vollsperrung der Autobahn und der Kantonstrasse am Gotthard zu
erfahren, rechneten wir doch mit einem nicht unerheblichen Umleitungsverkehr über den Grossen Sankt Bernhardpass. Ein Felssturz hatten
nämlich den Gotthard komplett lahmgelegt und der gesamte Nord-Süd Verkehr wurde über den San Bernardino und den Grand Bernard umgeleitet.
Mit der Erwartung von etlichen Staus auf der Saint Bernard Route fuhren wir dann gegen 8:00 vom Hotel Rarnerhof los und liessen uns von den
vielen Kurven durch die Weinberge des Valais bis Martigny tragen. Wir hatten stahlblauen Himmel und das Thermometer zeigte hier in Raron
gute 12°C. Es konnte also nicht besser gehen. Das Hotel Raron war mal eine alte Zollstation hat zwei Sterne, und wurde vor 3 Jahren komplett
neu renoviert. Essen ist super, Service einmalig und der Preis stimmt. Die kurzen Entfernungen hinauf ins Oberwallis (Goms), über den
Simplon nach Italien, bzw. hinüber zum Mont Blanc oder ins Aostatal und durch den Lötschberg ins Berner Oberland, machen Raron zu einem exzellenten Tourenmittelpunkt.
Unten in Martigny angekommen, scheinen wir an diesem Pfingsttag
die Einzigen zu sein, die so früh am Morgen unterwegs sind. Wir fahren durch ein fast menschenleeres Martigny und biegen am letzten
Kreisverkehr auf die Passroute hinauf zum Grand Saint Bernard Pass ein. Lediglich das Bollern unserer Auspuffanlagen hallt von den leeren
Strassenschluchten in der Stadt wieder. Stahlblauer Himmel, kein Wölkchen, angenehme Temperatur, eine euphorische Stimmung befällt uns.
Im unteren Teil, von Martigny bis zum Tunnel hinüber nach Italien, ist
die Passtrasse sehr breit und gut ausgebaut, muss sie doch den Hauptverkehr zwischen Genf und Turin aufnehmen. Langgezogene
Kurven, an steileren Stücken mit Überholspur oder breiter Spur, führt die Strasse das Tal hinauf zum Stausee mit dem Abzweigpunkt zwischen Tunnel und Passtrasse.
Aber erstaunlicherweise hält sich auch hier der Verkehr trotz Gotthard
Vollsperrung in Grenzen. Kurz bevor wir in die erste Lawinengalerie einfahren zeigt mein Thermometer gerade mal noch 3°C an, denn leider hat
es die frühe Morgensonne noch nicht geschafft das Tal komplett auszuleuchten und wir fahren auf der Ostseite, also im Schatten, den Berg
hinauf. Also kurz rechts an eine Tankstelle raus gefahren und als zusätzlichen Kälteschutz den zweiteiligen Regenkombi übergezogen. Wie
gut diese Entscheidung war, wird sich dann auf dem Pass herausstellen. Wir haben gerade aus dem Grund des zusätzlichen Windschutzes
vor vielen Jahren von einem einteiligen Regenkombi auf eine Regenhose mit Regenjacke von Held umgestellt. Dies gibt dem
Zwiebelschaleneffekt eine zusätzliche Hülle und erlaubt so, gut geschützt, bis etwa Minus 6°C zu touren.
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