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Nun, der Titel hört sich ja schon mal reisserisch an, aber alles
halb so schlimm. Wir tauchen in die Kette der endlosen Lawinengalerien entlang dem Stausee ein und erreichen kurz
darauf die Abzweigung zum Pass. Gerade aus führt die Strasse weiter zur Mautstation in den Tunnel, rechts ab verlässt die Strasse die Lawinengalerie zum Pass.
Wir verlassen die Galerie und gleissender Sonnenschein mit
einem lachenden Himmel empfängt uns wieder. Die Strasse ist trocken und links und rechts der Fahrbahn türmt sich weiter oben
der Schnee zum Teil noch bis zu sieben Meter hoch. Schnell fällt das Thermometer unter Null Grad, was besonders im Schatten schnell zu spüren ist.
Aber – wir waren ja so clever und hatten unsere Regenkombis
angezogen.
Zügig schwingen wir die vielen Kurven und Kehren hinauf durch die landschaftlich sehr schöne und in einem kleinen Taleinschnitt
verlaufende Strasse zum Pass, wo uns ein sehr böiger, eiskalter Wind empfängt. Hier oben findet der Luftausgleich aus dem Aostatal zum
Wallis statt und nahezu zu jeder Jahreszeit bläst es hier oben ziemlich heftig. Kurz vor dem Hospiz biegen wir sehr vorsichtig links auf den
Parkplatz ein, der immer noch mit Schnee und Eis bedeckt ist und kommen vorsichtig zum stehen. Seitenständer ausgeklappt und abgestiegen.
Ruuuuums, neben mir legt sich eine GS samt Fahrer und Sozia lang. Zum Glück nur ein paar Kratzer. Swirrrl, bäng und eine Bandit legt
sich beim Anfahren daneben. Auch nur Kratzer. Also beide Beine auf den Boden und mit viiiiiiel Gefühl die Varadero auf der Eisschicht
angefahren und hinüber auf die andere Seite des Hospiz. Hier war der Wind erträglicher, die Strasse komplett abgetaut und trocken.
Ausserdem eröffnete sich auf dieser Seite eine wesentlich schönere Aussicht über den verschneiten See hinüber zur Grenzstation.
Ich wuchte also mein Stativ aus dem Transportbehälter und bringe
das Panoramabild in den Kasten. Diese Bilder kennt ihr ja, denn sie sind beim zugehörigen Pass zu bewundern und zeigen eine
bewegliche Panoramaansicht des jeweiligen Passes. Ihr versteht aber sicher dass ich die Photos erst dann gemacht hatte, als die
Verunfallten ihre Maschinen wieder in die Senkrechte gebracht hatten.
Der Grand Saint Bernard versucht immer zu Pfingsten die
Passhöhe befahrbar zu halten, ist dies doch der Saisonstart für den Tourismus. Das hat sich unter den Bikern rumgesprochen und
so treffen sich hier oben, nahe dem Dreiländereck zu Frankreich und Italien, zu Pfingsten Motorradenthusiasten aus allen Ländern.
Photos gemacht, Plakette gekauft und weiter geht es über den
Grenzübergang hinüber nach Italien ins Aostatal. Zu dieser frühen Jahreszeit um Pfingsten - der Pass hatte gerade mal zwei Tage
geöffnet, sind die Bernhardiner Hunde die hier oben im Kloster gezüchtet werden noch unten im Tal. Entsprechend ruhig ging es auch hier
oben zu. Kein Hundegebell war zu hören. Wir steigen auf, fahren sehr vorsichtig an und setzen unsere Fahrt fort. Obwohl die Strasse im
Sonnenlicht abgetrocknet war, hatte der Wind ab und an eine kleine Schneewehe über die Fahrbahn gelegt. Also war Vorsicht angesagt.
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