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Bis Chamonix eigentlich nicht so prickelnd
In Beaufort sur Doron halten wir kurz an um an der kleinen
Tankstelle mitten im Ort kurz zu tanken. Von hier ergeben sich nun zwei Möglichkeiten um die Tour um den Mont Blanc
fortzuführen. Geradeaus, die längere Etappe über Albertville oder rechts hinauf zum Col des Saisier und hinüber nach Flumet.
Diese Strecke über den Col des Saisier würde uns 35km sparen. Also biegen wir kurz nach Beaufort sur Doron rechts ab hinauf zum Col des Saisier.
Dieser Pass entpuppt sich auf der Passhöhe als ein wirklich sehr
hässlicher Skiort, nur auf Tourismus getrimmt. Riesige Hotelkomplexe verunstalten die Landschaft und zu dieser
Jahreszeit ist der Skiort Saisier komplett ausgestorben. Die Strasse hier oben zeigt etliche Frostaufbrüche und es ist
vorsichtige Fahrweise bis hinüber nach Flumet angesagt.
In Flumet dann rechts abgebogen folgen wir der N212 und der
N205 und erreichen zügig nach 45km die Metropole Chamonix. Am Ortseingang von Chamonix, direkt hinter dem Bahnübergang befinden
sich auf der rechten Seite zwei sehr gute kleine Restaurants mit einer Veranda. Da es für unsere Motorräder genügend Parkmöglichkeit
direkt vor der Veranda gibt halten wir hier ein letztes Mal, geniessen noch einen Café au Lait, schauen dem Treiben zu und lauschen den
unzähligen Motorrädern, die hier auf dem Weg zum Col de Forclaz hinüber in den Kanton Wallis vorbei donnern.
Zurück in unserer Herberge – Hotel Rarnerhof
Woher der Name des Hotels kommt konnte uns Corinne bis heute nicht sagen, obwohl sie schon heftig recherchiert hatte, leider nur mit
wenig Erfolg. Man weiss nur dass es in früheren Jahren mal eine Zollstation war. Nun ja. Gestern Abend hatten wir Lachsfilet, davor eine
phantastische Nudelsuppe, einen Salat und zum Nachtisch Fruchtspiesse. Wir freuten uns also schon riesig auf das heutige opulente Abendmahl.
Diese Motivation liess uns dann in Chamonix unserer Pause
beenden, wieder aufsteigen und die restlichen Kilometer über den Col des Montets und den Col de la Forclaz hinüber in die
Schweiz in den Kanton Wallis in Angriff nehmen. Aus Chamonix heraus führt uns die Strasse in ein langes Tal mit relativ wenig Kehren.
Zu dieser späten Stunde – wir haben es schon nach 18:00 –
erreicht um diese Jahreszeit kein Sonnenstrahl mehr dieses Tal. Langsam wurde es kühl und wir erreichen in einem Naturpark den
Col des Montets. Nun denn, Pass wäre übertrieben, eher eine Kuppe – und schon vorbei – geht es wieder leicht talwärts in
Richtung Schweizer Grenze.
Der Grenzer winkt uns durch, sind wir doch an diesem Abend die
einzigen “Grenzgänger”. Nach der Zollstation, die mitten drunten im engen Tal umgeben von dichten Wäldern liegt, durchfahren wir
eine kleine Ortschaft mit ein paar wenigen Häusern und folgen dann der Strasse links durch etliche Kehren welche die Wiesen wie Bänder
zerschneiden hinauf zum Col de la Forclaz und zurück zum Tageslicht.
Hier oben auf dem Pass erreicht uns endlich wieder die Abendsonne. Tja, Corinne’s leckeres Abendmahl lässt uns schon nach wenigen
Minuten die Abfahrt hinab nach Martigny antreten wo die Nordost Rampe des Col de la Forclaz nach wenigen Kilometern einen
traumhaften Ausblick auf das Wallis öffnet.
Im letzten Abendlicht, wobei Martigny bereits voll im Schatten liegt, reicht der Blick hinüber bis nach Sion ins Wallis. Schnurgerade
verlässt die Kantonstrasse Martigny Richtung Nordosten, daneben das Band der Autobahn. Wir erreichen den Talgrund und halten uns
rechts in Richtung Visp. Mit den herrlichsten Kurven des Wallis hinauf nach Raron und einem exzellenten Hähnchenfilet von Corinne,
lassen wir dann den Abend mit einem guten Weissbier ausklingen.
Dass wir dann am nächsten Tag auf dem Rückweg zum Berggasthaus Beverin über den Grimselpass in einen Schneesturm kommen
würden und dann die Furka Autoverlad nehmen mussten um hinüber nach Graubünden zu gelangen, das wäre sicherlich einen
zusätzlichen Reisebericht wert.
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