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Aufbruch am Lago Maggiore
Ich wollte Pässe fahren, und davon möglichst viele. Mit dieser Zielsetzung fuhren wir dann
1998 an den Lago Maggiore nach Feriolo in ein sogenanntes “Basecamp”. Camping, Strand, Sonne und alle Pässe der Zentralschweiz, des Engadin und
des Mont Blanc in greifbarer Nähe.
Nach einigen Tagen hatte sich dann auch unser Sitzfleisch, malträtiert durch die lange
Anfahrt wieder beruhigt und wir begannen, faul am Strand liegend Karten und Reiseführer zu wälzen.
Am dritten Urlaubstag war es dann soweit, das Reisefieber hatte uns wieder gepackt
und ich konnte dann endlich auch meinen Sohn davon überzeugen uns auf dieser Tour zu begleiten.
Es ist acht Uhr morgens, Abfahrt vom Campingplatz Orchidea in Feriolo. Wir müssen
die Fähre um neun Uhr in Verbania-Intra erreichen, die uns über den Lago Maggiore
bringen soll.Der Himmel ist klar und die Sonnenstrahlen lassen langsam die Hitze ins
Tessin kriechen. Intra zeigt sich an diesem Morgen von seiner schönsten Seite.
Der Verkehr hält sich in Grenzen, es riecht südländisch und am Fährterminal stehen
gerade mal zwei Autos. Umgerechnet DM 11,- bezahlen wir pro Motorrad, inklusive Fahrer und Beifahrer und dann geht es ruck-zuck aufs Schiff.
Ersten Gang eingelegt, und das Motorrad abgestellt. Es kann los gehen. Mit Getöse
und enormen Vibrationen legt die Fähre ab. Wir stehen alle bei unseren Motorrädern
und halten sie fest. Wer weiß, wenn der Kapitän sein Schiff so fährt, wie die Italiener
alle anderen Fahrzeuge auf der Straße, dann ist besser Vorsicht geboten.
Doch alle Bedenken zerstreuen sich schnell. Das Schiff nimmt zügig Fahrt auf, die
Vibrationen lassen nach, und wir erlauben uns sogar einen Blick vom Bug in Richtung unserem ersten Ziel, dem Engadin mit St. Moritz.
Unsere erste Etappe soll uns vom Fährhafen Laveno südlich vorbei am Lago di Lugano
und Lago di Como nach Lecco bringen. Von dort, so wußten wir, würden wir auf der
breit ausgebauten Uferstraße entlang des Lago di Como nach Norden in Richtung Engadin richtig Meilen machen können.
Doch wie meistens, kommt es anders als geplant. Die Straßen vom Fährhafen Laveno
bis Lecco waren ohne Ausnahme von Italienern überflutet. Mofas, Mopeds, Dreiräder,
Cinquecentos, Fiats, alle tummelten sich munter hupend, rechts und links überholend auf dieser Querverbindung.
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