Fahrradtachometer

 

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21. February 2013

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Fahrradtachometer für Tourenfahrer

 

Ein bisschen Technik die hilft! Irgendwann fingen wir damit an, an unsere Motorräder kleine Basteleien anzubringen. Dies geschah aus der Not heraus, während unseren Touren ein klein bisschen mehr Komfort geniessen zu wollen und ein wenig zusätzliche Information über unseren Weg zu erhalten. Dies war zu der Zeit, als Gramin das erste GP12 auf den Markt brachte und dafür eine Unsumme haben wollte.

Wir gehören nämlich nicht zu den Weltenbummlern und Tourenfahrern, die sich im Offroad Geschäft mit Alukoffern, Sturmlampen und Roadbookhaltern ausrüsten und damit die Wüste Gobi durchqueren. Wir reisen lediglich gemütlich durch Europa und den Alpenraum.

So kam es, dass wir unsere Kawasaki GPZ1100 mit dem ersten elektronischen Fahradtacho ausgerüstet haben. Warum das denn, werdet ihr sicherlich fragen, zumal die heutigen Navigationsgeräte doch schliesslich sämtlichen Informationskomfort liefern? Nun, dann wollen wir doch mal ein wenig in die Details leuchten.

Fangen wir beim serienmässig eingebauten Tachometer mit Kilometerzähler an. Der Kilometerzähler auf der Varadero SD02 ABS und der Goldwing GL1800 hat jeweils zwei Tageskilometerfunktionen. Mehr aber auch nicht. Was immer als Erstes auffällt wenn ein zusätzlicher Fahrradtacho installiert ist, ist die Tatsache, dass der eingebaute Tachometer in der Regel eine höhere Geschwindigkeit anzeigt. Er darf sogar von Gesetzes wegen bis zu 15% voreilen. Nacheilen darf er nicht. Somit “mogelt” er uns eine höhere Geschwindigkeit vor. Dieses Voreilen ist im Bereich bis 80km/h sehr moderat, nimmt jedoch mit höherer Geschwindigkeit zu.

SIgma 1609

Der Sigma 1609 zeigt die gefahrene Geschwindigkeit exakt an.

Vorteil 1:
Ein Fahrradtacho ist wesentlich genauer, da er auf den Radumfang in Millimeter des jeweiligen Rades eingestellt wird. Das bedeutet aber auch, dass seine Genauigkeit bei abnehmenden Reifenprofil nachlässt. Das ist richtig, aber nicht tragisch. Vorteil der Genauigkeit ist das “Ausnutzen” der maximal zulässigen Geschwindigkeit, da man ja nun die echte Geschwindigkeit sehr gut ablesen kann.

Vorteil 2:
Er zeigt den Vergleich der gefahrenen Geschwindigkeit zur aktuellen Durchschnittsgeschwindigkeit an. Aha, wofür benötigt man das denn? Ein kleines Beispiel aus 2008, als wir noch Alpen Funralleys, die sogenannte Alpenraid für Motorradfahrer organisiert hatten. Hier wurde z.B. als Tagesaufgabe gefordert, dass die Tagesetappe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 52km/h zu fahren sei.

Diese Aufgabe ist mit einem Sigma 1609 recht einfach zu lösen. Man klickt das Menü mit der Durchschnittsgeschwindigkeit an und verfolgt nun lediglich den Pfeil nach oben oder unten, der links zu sehen ist. Hat man die Durchschnittsgeschwindigkeit noch nicht erreicht, so fährt man einfach etwas schneller und der Pfeil nach oben zeigt sich. So einfach ist das. Diese Funktion kann ein Navigationssystem nicht liefern, zumal es während der Touretappe in der Regel zum Navigieren genutzt wird.

Vorteil 3:
Der kleine Rechenlehrling liefert mir eine Fülle weiterer wertvoller Informationen auf meiner Tagesetappe. Nehmen wir als Beispiel einfach mal den Sigma 1609. Der ist preiswert und absolut seinen Preis wert, aber viel wichtiger, er hat eine Hintergrundbeleuchtung. Hier einmal aufgelistet was er alles kann und für was das nützlich sein könnte.

  • 7 Sprachen einstellbar.
    Leider nur die gängigen Sprachen. Schwäbisch, bayrisch oder badisch fehlen.
  • Automatischer Start/Stopp.
    Das hilft Batterie zu sparen.
  • Hintergrundbeleuchtung.
    Ein super Feature bei Nacht.
  • Batteriezustandsanzeige.
    Hatten die früheren Tachos nicht.
  • Backupfunktion durch Speicherchip.
    Werte bleiben erhalten wenn Batterie leer oder entfernt wird.
  • Aktuelle Temperatur.
    Hat die Goldwing auch, die Varadero aber nicht.
  • Aktuelle Geschwindigkeit.
    Super genau und Knöllchen sparend.
  • Durchschnittsgeschwindigkeit.
    Ganz wichtig um Tagesetappen in den Bergen zu planen.
  • Maximalgeschwindigkeit.
    Sollte man nie eingeblendet habe wenn einen die Kantonalspolizei gestoppt hat.
  • Tageskilometer.
    Damit wären es mit den im Mopped verbauten in Summe drei. Kann nie schaden.
  • Vergleich aktuelle Geschwindigkeit zu Durchschnittsgeschwindigkeit.
    Hilft Alpen Ralleys zu gewinnen und lässt die Konkurenz blöd aussehen.
  • Programmierbarer Teilstreckenkilometerzähler vor/zurück
  • Gesamtkilometer (während der Fahrt ausgeblendet)
    Hier kann man auch den Zähler so setzen, dass bei einer bestimmten Kilometerzahl die Inspektion durchzuführen ist. Ein Beispiel hierzu. Bei der Goldwing muss ich alle 6.000km zur Inspektion. Also setze ich den Gesamtilometerzähler direkt nach der Inspektion auf Null. So weiss ich immer genau, ohne viel zu rechnen, wann die nächste Inspektion fällig wird.
    Oder als Reifenmonitor. Neuer Reifen, Zähler auf Null.
  • Fahrzeit
    Reine Fahrzeit, zur Bewertung des Pausenverhaltens.
  • Uhrzeit
  • Stoppuhr
  • Countdown Timer
  • Gesamtfahrzeit (während der Fahrt ausgeblendet),
    zeigt die REINE Fahrzeit an

Die Anbringung der Tachos ist in der Regel am Lenker durch einen kleinen Gummi relativ einfach möglich. Schwieriger wird es, den Geber und den Magneten anzubringen. Nachstehend seht Ihr einige Bilder von meiner Honda Varadero. Vielleicht könnt Ihr davon die eine oder andere Anregung entnehmen.
 

Sigma Sport Targa

Aluwinkel an Honda Varadero

Gebermagnet an Bremscheibenring

Der kleine Sigma Sport Targa liefert alle nötigen Daten bis 320km/h. Er wurde hier am Lenker mit dem mitgelieferten Gummi und einem Doppelklebeband befestigt.

An meiner Varadero diente ein kleiner Aluwinkel an der Vorderradgabel dazu den Geber mit zwei Kabelbindern zu befestigen.

Der Gebermagnet wurde mit Sekundenkleber (wichtig!) und einem Kabelbinder am Bremsscheibenring angebracht.


Noch ein paar Worte zur Fahrzeit. Die Fahrzeit ist die Zeit, in der das Fahrzeug in Bewegung ist. Kommt es länger als 10sec zum Stillstand, so zählt die Zeit danach nicht mehr zur Fahrzeit. Das hat den Vorteil zur tatsächlichen auf der gesamten Tour verbrachten Zeit, die reine Fahrzeit in Relation setzen zu können um so das Pausenverhalten während der Tagesetappe besser zu beurteilen.

Geht man bei Sigma Sport auf der Homepage ein wenig in die Recherche, so wird man bei den neueren Modellen schnell noch mehr nützliche Features feststellen, wie z.B. ein Höhenmesser, oder die Möglichkeit die Daten über eine USB Schnittstelle mit dem PC oder MAC auszuwerten.

Wir schmunzeln daher immer ein wenig wenn ein Unwissender eine entsprechende Bemerkung macht, warum an einem Goldwinggespann mit all der Technik ein kleiner Fahrradtacho im Cockpit installiert ist. Nun ja, wer’s braucht.

In diesem Sinne - immer genau die VMax - Bikertacho genau ausloten. Dann klappt’s auch mit dem Knöllchenverzicht in der Schweiz. Noch ein letzter Satz zu dem Argument - “mein Navigationsgerät hat das”. Dann sollte man wissen dass ein Navigationsgerät in den Bergen, wie den Alpen, bedingt durch Schluchten Canyons, Tunnels und Lawinengalerien eben NICHT immer zuverlässig das anzeigt, was es anzeigen sollte. Da helfen auch nicht die modernen SIRFIII GPS Empfangschips.