Editorial 1/2021 – ein gebrauchtes Jahr

Ein gebrauchtes Jahr neigt sich dem Ende zu. Gott sei’s getrommelt und gepfiffen. Eine Pandemie braucht wirklich kein Mensch, oder? Aber nachdem ja nun ein Impfstoff nach dem anderen der Sonne gleich am Horizont aufgeht, wäre ein Ende absehbar. Wäre, wenn es nicht so viele gäbe, die den Lockdown, ob light oder heavy, einfach ignorieren. Doch wer ignoriert, ist ein Ignorant.

Spätestens nach diesem Satz würde manchem Aluhutträgern die silbermatte Hutschnur hochgehen. Corona, pah, gibt’s doch gar nicht. Alles nur erfunden, um uns unterzujochen. Ich kann das und alles weitere, was aus jener Ecke kommt, einfach nicht mehr hören. Offenbar gibt es da draußen immer noch zu viele, die keine Betroffenen in ihrer Familie oder ihrem Umfeld haben. Glückwunsch, seid dankbar dafür.

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Vielleicht bringt Weihnachten, das Fest der Liebe, ja endlich Ruhe in die Diskussion. Es wäre unser einziger Wunsch auf dem Zettel.

Bei uns sieht das anders aus. Zwar sind die engeren Kreise der ALPENTOURER-Familie bisher verschont geblieben. Aber im geschäft­lichen Umfeld gab es schon etliche Fälle – auch Todesfälle. Liebe Geschäftspartner und auch Freunde wurden von Covid-19 dahin gerafft. Etwa der Inhaber der Agentur in Bosnien und Herzegowina, die uns bei den Hotelbuchungen und einer Restaurantauswahl für unsere diversen Balkan-Leserreisen unterstützte. Ein herzensguter Mensch und zuverlässiger Partner, den viele Mitreisende kennenlernen durften. Wir trauern, um ihn und andere wie ihn.

Daher soll mir niemand mit weiteren Verschwörungstheorien oder Egoismen kommen. Natürlich hat jeder das Recht auf eine eigene, auch eine andere Meinung. Doch mit Rechten gehen Pflichten einher, spätestens wenn es da­rum geht, Leben zu schützen. Es ist nicht zu viel verlangt, sich mal für eine überschaubare Zeit selbst nicht so wichtig zu nehmen und dafür an Regeln und Vorschriften zu halten. Wir sind ach so stolz auf unsere christlichen Werte. Wieso beweisen wir dann diese Nächstenliebe nicht?

Zu leiden haben unter der Unvernunft ausgerechnet die, die unser Hobby erlebenswert machen: Hotellerie, Gastronomie, Kultur. Je län­ger welche Art von Lockdown auch immer andauert, umso mehr werden aufgeben (müssen). Und die Motorrad-Reisewelt wird eine andere sein …

Selbst ein Impfstoff kann nicht der Schalter sein, den man nur umlegen muss, und alles ist wieder „normal“. Es wird dauern, bis weit ins neue Jahr – und selbst darüber hinaus. Möchten wir also in der kommenden Saison endlich wieder unterwegs sein, dann sollten, nein, müssen wir alle auch etwas dafür tun.

Vielleicht bringt Weihnachten, das Fest der Liebe, ja endlich Ruhe in die Diskussion. Es wäre unser einziger Wunsch auf dem Zettel. Euch jedoch wünschen wir einen besinnlichen Start ins neue, noch ungebrauchte Jahr – und bleibt vor allem gesund!

We’ll ride again!


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