Leserreise Irland & Wales – der Nachbericht

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Donnerstag, 9 Uhr. Die Temperatur beträgt schon wohlige 18 Grad und die Sonne scheint. Hatten wir eigentlich schon erwähnt, mit welch untypischem Wetter wir bis dato schon „bestraft“ worden waren? Kaum eine Wolke zu sehen, kein Regen, kein Nebel. Nur warme Temperaturen und Sonne satt! Dabei hatten einige Teilnehmer diese Reise extra gebucht, weil sie Sonne eigentlich nicht gut vertragen – und nun das.

Nein, Scherz beiseite. Beschweren wollte sich natürlich keiner, zumal an diesem Tag mit dem Ring of Beara eine der ersten Panoramafahrten und der Auftakt zum Wild Atlantic Way, der irischen Themenroute zur Traumküste der Grünen Insel, auf dem Programm stand. Wir genossen die Fahrt entlang der 140 Kilometer langen Panoramaküstenstraße auf der gleichnamigen Beara-Halbinsel in vollen Zügen, zumal die schmale und sehr kurvige Straße für Lkw, Reisebusse und Wohnmobile gesperrt ist. Außerdem wartete mit dem Healy Pass noch ein schöner Höhepunkt auf uns. Er ist zwar nur rund 300 Meter hoch – man darf aber nicht vergessen, dass wir im Prinzip auf Meereshöhe 0 gestartet waren. Er war so genial, dass die meisten Teilnehmer es sich nicht nehmen ließen, ihn gleich mehrfach zu befahren.

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Am frühen Abend checkten wir im gemütlichen Brook Lodge Hotel, unserem Domizil für die kommenden zwei Nächte, ein. Es befindet sich nicht einmal eine Zigarettenlänge vom Trubel der Innenstadt von Killarney entfernt und hat den unschlagbaren Vorteil, eine ruhige Lage für den nötigen Erholungsschlaf bieten zu können. Dies ist in Killarney besonders an einem Feiertag (es war zufällig gerade Fronleichnam) oder an Wochenenden tatsächlich Gold wert.

Schon am nächsten Tag wartete mit einer anderen Panoramastrecke – dem Ring of Kerry – ein weiteres Highlight auf uns. Auf dem gleichen wunderbaren Weg, den wir nach Killarney genommen haben, fuhren wir auch wieder aus der Stadt hinaus. Da wir diesen Ring im Uhrzeigersinn eroberten, kamen uns die Busse und meisten Pkw entgegen, denn zumindest für Busse ist vorgeschrieben, den Ring gegen den Uhrzeigersinn zu fahren. Wir hielten uns vornehmlich im Süden des Ringes auf bis wir an der Bucht von Portmagee ein wunderbares Mittagessen im Freien genossen. Die meisten entschieden sind dort für Fisch bzw. Meeresgerichte.

P1060551Im Anschluss machten wir uns auf, das Innere der Halbinsel zu erkunden und entdeckten dabei gemeinsam einige fantastische Strecken, die Besucher üblicherweise nicht nehmen. Mit dem Ballaghbeama Gap stand wiederum ein toller Pass auf unserem rund 225 km langen Tourprogramm. Bevor wir uns ein zweites Mal in das (frühe) Nachtleben von Killarney stürzen konnten, hatte Cheffe kurzerhand noch einen spontanen Abenteuer-Abstecher auf den Plan gerufen. Er selbst kannte den Gap of Dunloe auch noch nicht, wagemutig folgten ihm die Teilnehmer trotzdem, um dort viel Schweiß, glücklicherweise aber ohne Tränen zu lassen – und sich am Abend das wohlverdiente Guinness mit einem breiten Grinsen im Gesicht schmecken zu lassen.

Der nächste Tag führte uns zur Halbinsel Dingle. Wer unsere Scouting-Reise im vergangenen Jahr mitverfolgt hatte weiß, dass Cheffe seinerzeit vor lauter Regen und Nebel nicht viel von ihr gesehen hatte. Ganz anders bei unserer Erkundungstour an diesem Samstag. Nach einem kurzem Stopp bei einem der hier zahlreichen Surfer-Paradise ging es nicht nur zum Slea Head mit Hammeraussicht. Wir machten der örtlichen Destillerie (der erste Whiskey aus der Dingle-Distillery lagert noch in Fässer und wird erst ab 2016 verkauft) eine kurze Aufwartung. Dann besuchten wir die Dingle Brauerei Crean’s, wo die Sozias wieder einmal mit Begeisterung testeten. Am frühen Nachmittag kamen bei einem kleinen Schokoladen-Tasting in der Skelligs Chocolate Factory schließlich wieder alle auf ihre Kosten. Das Fahrerlebnis war natürlich auch schön ;-))… Vor allem über den berühmten Conor Pass.

Eine zügige Überbrückungsetappe brachte uns später zum River Shannon, den wir per Fähre überquerten, um einen Abstecher zum Loop Head Lighthouse zu unternehmen. Ein Tipp für alle, die selbst einmal hin möchten: Der Blick ist hier bei gutem Wetter wirklich traumhaft, den Eintritt in den eigentlichen Leuchtturm könnt Ihr Euch aber schenken. Der Besuch lohnt auch so, zumal Ihr euch ausreichend Zeit für die zahlreichen Klippen der Colleen Bay nehmen solltet. Sie sind von der Straße an vielen Stellen mehr als perfekt einzusehen und daher unserer Meinung nach die bessere Alternative zu den ach so berühmten – unserer Meinung nach aber überschätzten Cliffs of Moher. Um diese fotografieren zu können, müsst Ihr zwangsläufig zum Besucherzentrum fahren und dort einen ordentlichen Eintritt zahlen…

Dann hieß es auch schon einchecken im Logues Liscannor Hotel. Hier konnten wir uns von zweierlei ein gutes Bild machen: Feucht-fröhliche Junggesellinnen-Abschiede sind in Irland ein großes Spektakel, und die Iren lieben es, alkoholisiert Rugby zu schauen. Besonders Letzteres wurde beim Abendessen mehr als deutlich, denn es war der Tag mit dem WM-Spiel Deutschland gegen Ghana. Der Tisch fürs Dinner wurde vom Hotelpersonal für uns extra strategisch so platziert, dass wir uns die Leckereien schmecken lassen und unseren Jungs gleichzeitig die Daumen drücken konnten. Das Rugby-Wunsch-Programm wurde von der Hotelleitung zu unseren Gunsten nicht gezeigt – was zu einigen lautstarken Diskussionen führte, die insgesamt aber doch harmlos blieben.

P1060907Der Sonntagmorgen startete abermals sonnig. Wir streiften auf den ersten Kilometern kurz die Cliffs of Moher, unser Meinung dazu haben wir Euch ja aber schon weiter oben verraten. Dann ging es zu The Burren, einer einzigartigen Felslandschaft. Sehr spannend! Nur sehr kurz blieb die Rundfahrt durch Galway, denn uns alle zog es zurück in die Natur. Einige Schutzgebiete säumten bereits unseren Weg zum Connemara National Park. Im Anschluss nahmen wir bei Clifden noch die „Sky Road“ unter die Räder und umrundeten  den Ballycroy National Park auf unserem Weg zum Tagesziel: Ballina Manor Hotel.

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