Plöckenpass-Sperrung bleibt bis 2024

Mit der Sperrung nach einem massiven Felssturz Anfang Dezember liegt die Zukunft der gesamten Plöckenpass-Straße im Ungewissen.

Derzeit kann niemand genaue Auskunft geben, wann und sogar ob überhaupt die Plöckenpass-Sperrung, die nach einem massiven Felssturz auf italienischer Seite verhängt wurde, wieder aufgehoben wird. Die mit einer halben Million Nutzer pro Jahr beliebte SS52 zwischen Kärnten und dem Friaul ist zwar touristisch wichtig. Aber als Nebenstrecke hat sie keine Priorität.

Plöckenpass-Sperrung: Reparatur oder Alternativtrasse?

Noch vor den Feiertagen wurde ein Gutachten zur Plöckenpass-Sperrung beauftragt. Dabei gilt es herauszufinden, ob mit weiteren Felsbrüchen an den betroffenen Hängen zu rechnen ist. Erst danach kann entschieden werden, ob eine Reparatur der Fahrbahn genügt oder ob eine Alternativtrasse gefunden werden muss. Schnell wurden dabei auch Rufe nach einer Tunnellösung laut, die aber kein echter Ausgleich sein kann. Den Nutzern der historischen Passstraße geht es schließlich um die Erfahrung auf der außergewöhnlichen Originaltrasse.

Nach Auskunft der Straßenbehörde ANAS wird angestrebt, die aufgetretenen Schäden so schnell wie möglich zu beseitigen. Für die Wintersaison wird das sicher nichts mehr, aber es wird nach einer Lösung für die Sommersaison gesucht. Dann wird die SS52 von Touristen aus Österreich und Deutschland benutzt, um die Strände von Lignano und Grado zu erreichen. Weitere Infos zum Pass und Aktuelles gibt es im Pässeportal.

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Plöckenpass-Sperrung
Die ehemaligen Grenzanlagen am Plöckenpass verfallen zusehends. © MoserB | Wikimedia Commons

Der Plöckenpass ist bereits seit Römerzeiten als Übergang zwischen Kärnten und dem Friaul bekannt. Sein urspünglicher Name ist Karnischer Kreuzberg (ital.: Passo di Monte Croce Carnico). Im Ersten Weltkrieg war die Gegend um den Pass stark umkämpft, in Folge war der Pass lange Zeit unpassierbar. 1938 bekam er seinen aktuellen Zuschnitt. Die nun von der Plöckenpass-Sperrung betroffene Trasse mit ihren eng übereinanderliegenden Kehren ist immer wieder von Felsabbrüchen bedroht.

Neben dem Nassfeld ist der Plöckenpass die einzige ausgebaute Straßenverbindung über die Karnischen Alpen, daher ist die Plöckenpass-Sperrung auch ein wirtschaftlicher Dämpfer für die Region. Auf einer Strecke von 30 Kilometern verbindet er die Ortschaften Kötschach-Mauthen in Österreich und Paluzza in Italien miteinander. Westlich der Passhöhe auf 1.357 Metern erblickt man die Berge Frischenkofel und Kleine Pal. Die beiden gehören zum Freilichtmuseum am Plöckenpass, das sich mit dem Gebirgskrieg in den Jahren 1915 bis 1918 auseinandersetzt. Etwa vier Kilometer vor dem Pass befindet sich auf österreichischer Seite außerdem der Heldenfriedhof für die Gefallenen aus jener Zeit.

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5 Kommentare

  1. ich fahr die strasse immer wieder mit begeisterung mit dem auto als auch mit dem motorrad.es hängen auch so viele schöne jugenderinnerungen daran.es währe schade drum,wenn man sie nicht mehr flott kriegen würde.

  2. Antwort an Hans Winkler
    Für eine Nebenstrecke ist ein Tunnel die falsche Lösung. Zu teuer. Unattraktiv. Ich fahre einen Pass, damit ich die schöne Berglandschaft geniessen kann. Im Tunnel hast Du den “Röhrenblick” und äusserst schlechte Luft. Dann kannst Du auch zu Hause bleiben.
    Freundliche Grüsse aus der Schweiz
    Jürg Müller, CH-9472 Grabs

  3. Wenn ca.80 Millionen für eine neue Rodelbahn in Cortina möglich sind , wäre diese Reparatur finanziell nicht einmal ein Skontobetrag.

    R.Hübner

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