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Die Lechtaler Alpen bieten mit Hahntennjoch und Flexenpass sicherlich sehr schöne Alpenübergänge, doch keiner der vorgenannten kommt an den Kelmer Sattel oder besser bekannt als Namloser Tal heran. Der Einstieg erfolgt am besten von Reutte aus, der Fernpass Strasse folgend in Bichlbach. Der Verkehr über den Fernpass rauscht an diesem kleinen etwas abseits gelegenen Örtchen vorbei, und wenn man nicht genau aufpasst hat man die Abfahrt verpasst.
Und direkt hinter dem Ort geht es dann auch so richtig los. Ein enges Tal öffnet sich langsam und gibt den Blick auf bewaldete Berghöhen frei. Der Strassenbelag ist einmalig, Verkehr - bis auf ein paar Motorradfahrer - nahe Null. Vorbei an weidenden Pferden und an kleinen Örtchen windet sich diese sehr schöne Strasse durch das Tal, immer der linken Talseite folgend. Kurz nach einer Kehre erreichen wir das Örtchen Namlos. Hier lohnt es sich entweder in der Kehre auf der Bank Platz zu nehmen und den Tourenfahrern zuzuschauen, die hier in mehr oder weniger Schräglage die Kurve “kratzen”, oder im Ort gemütlich einzukehren. Echt empfehlenswert.
Nach dem Ort führt uns die Strasse hinein in den Wald und immer in sehr engen Kurven am linken Talrand entlang. Dieses Kurvenschwingen erscheint einem endlos und man erreicht einen regelrechten “Flow”. Nun, was ist ein “Flow”. Ein Flow ist der nahtlose Gleichklang zwischen Motorrad und Kurve. Die Maschine schwingt ohne zucken gleichmässig von Links- zu Rechtskurve und man spürt nur die Schwerkraft, wenn man in den Sattel gedrückt wird. Hier haben die Strassenbauer wirklich tolle Arbeit geleistet. Keine Kurve zieht sich zu, jedes ist besser wie die andere.
Nach so viel Kurvenschwingerei wacht man erst auf, wenn sich vor einem das Lechtal öffnet. Wir blicken hinab nach Stanzach und überlegen ob wir diese einmalige Strecke nicht gleich nochmal fahren sollten. Von Stanzach aus tourt man am besten links abbiegend weiter in’s Lechtal. Die Tour führt dann zum Hahntennjoch, oder das Lechtal weiter hinaus zum Flexenpass, Hochtannbergpass und hinüber in den Bregenzerwald.
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